Schmerzen

„Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich (…) stehen, wie vor dem Eingang zur Hölle.“                        Franz Kafka

Auch wenn die „Hölle“ in Franz Kafkas Zitat schwer für uns vorstellbar ist, kann sie doch als Sinnbild dienen, was es bedeutet, allein mit seinen Schmerzen leben zu müssen. Keine professionelle Hilfe, keine gute Freundschaft, keine liebende Partnerschaft oder Familie kann sie uns abnehmen. Und doch sehe ich sie nicht als Strafe, sondern als verzweifelten Versuch unseres Körper sich uns mitzuteilen. Darüber hinaus sie sind logisch und ehrlich, es gibt immer einen Grund für sie und sie wollen uns auch nicht täuschen.
Das unterscheidet sie auch von unserem Verstand, welcher nicht immer logisch und ehrlich ist, denn manchmal vergisst er, verdrängt, spaltet sich, täuscht oder manipuliert. Und dennoch habe ich das Gefühl, dass viele Menschen eher ihrem Verstand als ihrem Körper trauen. Die Konsequenzen draus sind in vielen Fällen Leiden, Krankheit oder Frustration, die sich wiederum für viele Betroffene nur mit Medikamenten oder anderen Hilfsmitteln aushalten lassen.